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	<title>BugsBlog &#187; Beerdigung</title>
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		<title>Heute vor genau 67 Jahren</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 16:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BugsB</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mitten in den Kriegswirren des Jahres 1942 wurde meine Mutter am 12. November in Berlin geboren. Sie erhielt den Namen Karin Agnes Vorbeck. Kurz darauf wurde sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester aus Berlin nach Thüringen evakuiert. Dort verlebte sie einen Großteil ihrer Kindheit. In den 50er Jahren zog die Familie nach Oldenburg, nachdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitten in den Kriegswirren des Jahres 1942 wurde meine Mutter am 12. November in Berlin geboren. Sie erhielt den Namen Karin Agnes Vorbeck. Kurz darauf wurde sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester aus Berlin nach Thüringen evakuiert. Dort verlebte sie einen Großteil ihrer Kindheit. In den 50er Jahren zog die Familie nach Oldenburg, nachdem auch der Vater aus britischer Gefangenschaft wiederkehrte. In Oldenburg machte sie mit 17 ihren Abschluss an der Handelsschule als Stenotypistin. Sie verliebte sich in einen Mann mit dem sie 1965 in die USA zog. Sie lebte 5 Jahre in Queens, New York.</p>
<p>Sie zog zurück nach Oldenburg, nach dem sich ihr Ehemann nach der Todgeburt ihres Kindes umbrachte. Sie plant nach Berlin zu ziehen und pendelt einige Zeit zwischen diesen Städten. Sie bekam eine Arbeitsstelle bei Otis in Berlin als Funkerin, wo sie, später dann als Verkaufssachbearbeiterin, bis zur Rente (Februar 2004) arbeitete.</p>
<p>Sie lernte dort den gleichalten Aufzugsmonteur Thomas Krone kennen und lieben. Sie heirateten 1974. Sie zogen zusammen und lebten bis 1985 in der Mareschstr. in Neukölln. Während eines Korsika-Urlaubs 1984 zeugten sie ein Kind.</p>
<p>Bei den Voruntersuchungen zur Geburt stellte der Frauenarzt bei meiner Mutter Gebärmutterhalskrebs fest. Es wurde nach einer Lösung gesucht. Zu erst hieß es man müsse das Kind abtreiben. Doch ein kluger Arzt beriet sich auf einem Ärztekongress mit anderen Ärzten und man beschloss, das Kind auszutragen und den nötigen Eingriff dabei vorzunehmen. Man kann also sagen, dass ohne meine Zeugung, der Krebs entdeckt worden wäre. Im 7. Monat wurde ich per Kaiserschnitt geholt und der Krebs wurde, auch mit Hilfe einer Strahlentherapie entfernt. Man zog nach Neukölln-Gropiusstadt.</p>
<p>Irgenwann zwischen meiner Geburt und dem Mauerfall wurde bei meinem Vater Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Es erfolgten unzählige Krankenhausaufenthalte, ein Kehlkopfschnitt wurde vorgenommen. Auch eine schwere Phase der Pflege Zuhause gab es. Es ging ihm besser und schlechter. Letztendlich starb mein Vater am 30. Oktober 1990. Er wurde auf dem Friedhof Alt<a href="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Papa.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-270" title="Papa" src="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Papa-300x225.jpg" alt="Papa" width="300" height="225" /></a>-Schmargendorf beerdigt, nicht weit entfernt vom Grab seiner E<a href="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Großeltern.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-272" title="Großeltern" src="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Großeltern-150x150.jpg" alt="Großeltern" width="150" height="150" /></a>ltern.</p>
<p>Nun war Karin alleinerziehende Mutter. Ich ging ab 1991 zur Schule. Bis ich 9 Jahre alt war ging ich in den Hort zur Nachmittagsbetreung. Ab da an war ich Schlüsselkind.</p>
<p>Viele Jahre später, im Jahre 2004 wurde bei Mama Darmkrebs diagnostiziert. Er wurde zwar erfolgreich entfernt, doch nach der Reha, wurde erneut Krebs in einem anderen Teil des Darmes entdeckt. Diese wurde auch entfernt und nach der Chemotherapie war dieser auch besiegt.</p>
<p>2006 häuften sich die Probleme und es wurde inoperabler Krebs im Becken entdeckt. Chemotherapie brachte nur 15% Linderungschancen, so dass sie sich dagegen entschied.</p>
<p>Am 26. März 2<a href="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Dorfkirche.jpg"><img class="size-medium wp-image-273 alignleft" title="Dorfkirche" src="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Dorfkirche-225x300.jpg" alt="Dorfkirche" width="135" height="180" /></a>009 (5 Tage nach meinem Geburtstag) verstarb sie im Ricam-Hospiz mit 66 Jahren. Eine Woche später wurde sie nach einer Trauerfeier in der Dorfkirche Alt-Schmargendorf, auf dem selben Friedhof wie ihr Ehemann und ihre Schwiegereltern, auf einer Gemeinschaftsurnengrabstätte beigesetzt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Mama.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-274" title="Mama" src="http://www.bugsb.com/wp-content/uploads/2009/11/Mama-1024x768.jpg" alt="Mama" width="524" height="393" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>meistens wird Gott ganz leise Mensch</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 18:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BugsB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Agnostiker]]></category>
		<category><![CDATA[Beerdigung]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Mama]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>

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		<description><![CDATA[meistens wird Gott ganz leise Mensch die Engel singen nicht die Könige gehen vorbei die Hirten bleiben bei ihren Herden meistens wird Gott ganz leise Mensch von der Öffentlichkeit unbemerkt von den Menschen nicht zur Kenntnis genommen meistens wird Gott ganz leise Mensch in einer kleinen Zweizimmerwohnung in einem Asylantenheim in einem Krankenzimmer in nächtlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>meistens wird Gott ganz leise Mensch<br />
die Engel singen nicht<br />
die Könige gehen vorbei<br />
die Hirten bleiben bei ihren Herden</p>
<p>meistens wird Gott ganz leise Mensch<br />
von der Öffentlichkeit unbemerkt<br />
von den Menschen<br />
nicht zur Kenntnis genommen</p>
<p>meistens wird Gott ganz leise Mensch<br />
in einer kleinen Zweizimmerwohnung<br />
in einem Asylantenheim<br />
in einem Krankenzimmer<br />
in nächtlicher Verzweiflung<br />
in der Stunde der Einsamkeit<br />
in der Freude am geliebten Menschen</p>
<p>meistens wird Gott ganz leise Mensch<br />
wenn Menschen zu Menschen werden</p></blockquote>
<p>In Erinnerung an meine Mutter.</p>
<p>Diese Zeilen hat mein Onkel auf der Beerdigung meiner Mama vorgelesen. Es berührt mich immernoch, aber wohl eher der Erinnerung wegen. Denn an Gott glaube ich nicht. Manchmal denke ich ein Gottglaube würde mir helfen in meiner Situation, aber ich kann und will nicht an ihn glauben und fühle mich trotz Taufe und Konfirmation kein Stück schuldig dabei. Ich kann aber auch nicht guten Gewissens sagen: "Es gibt definitiv keinen Gott". Darum bezeichne ich mich selbst als Agnostiker.</p>]]></content:encoded>
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